Wein aktuell

 

Wein des Monats: Traminer


Könnte man den Duft aller Blüten

und den Geruch aller Gewürze
in ein Weinglas schütten
nichts würde entstehen,
das dem Traminer vergleichbar wäre,
denn er kommt aus der Tiefe der Erde
und von den Höhen des Himmels.

Bukettweine sind Liebhaberweine, und wer schnupperselig werden will, sollte bei diesen Gewächsen immer wieder das Glas kreisen lassen, damit der Rosenduft des Traminers seine Nase umschmeicheln kann.
Der Traminer ist eine alte Rebsorte. Schon 1534 wurde er in Heilbronn urkundlich erwähnt. Heute ist der Traminer die Diva unter den Weißweinen, vorzüglich geeignet als Aperitiv und zum Dessert. Die Rebsorte kommt aus Südtirol, wo es den Weinort Tramin gibt.
Der schwäbische Schriftsteller und Weinfreund Thaddäus Troll hatte es  bei einer Weinprobe gleich mit zwei Traminerweinen zu tun. Den Ersten beschrieb er so: "Er kommt mir vor wie eine feinfleischige, flitzende Forelle, und ist, obwohl Kabinettmitglied, nicht ohne Qualität." Über den Zweiten sagte er: "Eine Spätlese mit christdemokratischen Eigenschaften: edelfaul."
Ein älterer Winzer lag krank darnieder. Sein Nachbar, der Herr Dekan, besuchte ihn. Da der Erkrankte schwerhörig war, musste er sich weit zu ihm hinunterbeugen. Als sich der Seelsorger verabschieden wollte, bat ihn der alte Winzer doch noch ein bischen zu bleiben. "Warum?", fragte ihn der Dekan, "haben Sie mir etwas wichtiges zu sagen?". "Nein", erwiderte der Winzer, "aber Sie duften so wunderbar nach Traminer, und nun möchte ich auch noch herausfinden, welcher Jahrgang er ist."